Tschechien: Roma-Kinder werden im Schulsystem ausgegrenzt und diskriminiert.
Im November 2007 stellte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte fest, dass das Recht auf Bildung von Kindern der Roma-Minderheit verletzt wird, da viele allein wegen ihrer Herkunft auf Sonderschulen geschickt werden. Die tschechische Regierung sei verpflichtet, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Situation jedoch kaum verbessert. Die Diskriminierung geht weiter.
Sie zeigt sich zum Beispiel in dem überproportional hohen Anteil von Roma an Schulen für Kinder mit „leichten geistigen Behinderungen“, die heute „Praxisgrundschulen“ genannt werden. Oder sie werden in Schulen oder Klassen untergebracht, die ausschließlich für Roma-Kinder vorgesehen sind und in denen das Unterrichtsniveau vergleichsweise niedrig ist. Damit werden ihre Chancen auf höhere Bildung und einen gute Berufsausbildung schon früh erheblich eingeschränkt.